Kostenlose Alternativen von Standard-Software

Es muss nicht die teure Standard-Software aus dem Laden sein. Für viele Aufgaben der täglichen Arbeit gibt es kostenlose Alternativen. Gute Alternativen!

Wer regelmäßig mit dem Computer arbeitet, wird um bestimmte Standard-Software nicht herumkommen. Ob selbstständig, freiberuflich oder privat, ob für das Büro oder für daheim, irgendwann braucht man eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation oder ein Grafikbearbeitungsprogramm. Meist geht man dann zum Computer-Großanbieter und schaut sich dort nach Office-Paketen oder der speziellen Software um – und zahlt nicht unerhebliche Summen dafür. Es geht aber auch anders, denn für nahezu jede Standardaufgabe im Büro gibt es eine kostenlose und qualitativ nahezu gleichwertige Alternative.

Das Open-Office-Paket

Die bekannteste kostenlose Alternative im Office-Bereich ist das Open-Office-Paket. Mit ihr kann man teure Softwarepakete wie etwa das Office-Paket von Microsoft (Word, Excel, PowerPoint) oder Corel (WordPerfect, QuattroPro, Paradox) ersetzen.

Hersteller: Open Office.org

System: Windows, Mac OS X, Unix/Linux, Solaris

Textverarbeitung: Open Office Writer

Writer ist das Textverarbeitungsprogramm aus dem „Open Office Paket“, einer Komplett-Software für das Büro. Mit Writer lassen sich die ganz normalen Geschäftskorrespondenzen (Briefe, Serienbriefe, Memos, Etiketten) ebenso erstellen wie umfangreiche Dokumente (Bücher mit Inhaltsverzeichnisen, Konzepte/Pflichtenhefte).

Die bei einer Bürosoftware üblichen Funktionen wie Textbausteine, Rechtschreibprüfung, Silbentrennung, Autokorrektur und verschiedene Dokumentenvorlage sind ebenso vorhanden wie die unterschiedlichsten Formatierungsmöglichkeiten (Schrift, -größe, Tabellen, Grafikeinbindung). Der Open Office Writer speichert bzw. lädt Dokumente im Open-Document-Format (.odt), kann aber auch Dateien anderer Textverarbeitungen laden bzw. abspeichern (z. B. .doc, *.docx, *.pdf)

Tabellenkalkulation: Open Office Calc

Mittels Calc können Daten tabellarisch erfasst, bearbeitet, gefiltert, angezeigt und grafisch umgesetzt werden. Dazu bietet das Programm ca. 450 Berechnungsfunktionen aus den Bereichen Mathematik, Finanzen, Statistik und Kalender. Zu anderen Open-Office-Programmen besteht eine entsprechende Schnittstelle (Import) bzw. es können Daten über das CSV-Format eingelesen werden.

Calc verfügt über einen Solver-Dialog für das Lösen von Gleichungen mit mehreren Unbekannten sowie einen Szenarien-Manager für „Was wäre wenn“-Analysen. Dateien können Open-Office-spezifisch, im dBase- (.dbf) und Excelformat (.xls) sowie im CSV- oder XML-Format abgespeichert werden.

Präsentation: Open Office Impress

Impress ist ein Werkzeug zur Erstellung von Präsentationen. Man kann 2D- und 3D-Objekte erzeugen, Objekte animieren, die Übergänge von Folie zu Folie frei gestalten und Ton- bzw. Videodateien einbinden. Ähnlich wie die kostenpflichtige Software sind Masterfolien verfügbar bzw. können selbst erstellt werden. Die Arbeit mit Impress wird durch eine Gliederungsanzeige, Notizmöglichkeiten und Handzettel erleichtert. Auch hier besteht die Möglichkeit, die Dateien im XML-Format zu speichern. Und es besteht eine Import-/Export-Schnittstelle in Richtung Microsoft PowerPoint.

Datenbank: Open Office Base

Base ist eine PC-Frontend-Datenbank, also mit einer eigenen Bedienoberfläche, wie man es z. B. von MS Access oder Corel Paradox kennt. So können die Daten, Tabellen und Strukturen einfach eingegeben oder angepasst werden. Abfragen können über einzelne oder mehrere Tabellen erfolgen, alternativ über SQL oder einen Abfrageassistenten. Als Erweiterung zur Datenbank steht ein Report-Builder zur Verfügung

Die Datenbank ist JAVA-basiert und damit auf unterschiedlichen Betriebssystemen lauffähig. Base verfügt über mehrere Schnittstellen zu anderen Datenbanksystemen, so z. B. Adabas D, MySQL, ADO, MS Access (ADO und MS Access nur in der Windows-Version von Base), ferner lassen sich Verbindungen zu jeder Datenbank herstellen, die über ODBC- oder JDBC-Treiber ansprechbar ist.

Bildbearbeitungsprogramm: Gimp

Der Maßstab für die Bildbearbeitung heißt Adobe PhotoShop. Obwohl – oder weil – dieses Programm der Marktführer ist, muss man sehr viel Geld dafür bezahlen. Eine Vollversion kann da schon einen hohen dreistelligen Betrag kosten. Aber auch hier gibt es eine kostenlose Alternative: Gimp.

Hersteller: The Gimp Team

System: Windows, Mac OS X, Unix

Mit Gimp kann man Grafiken bis ins Detail bearbeiten. Funktionen wie die Einstellungen von Helligkeit und Kontrast, Farbwert, Bildschärfe, Skalierung, Farbstichentfernung sind bei Gimp verfügbar. Als Farbräume stehen RGB, CMYK und HSV zur Verfügung, man kann mit Pfaden, Kanälen und Ebenen arbeiten sowie Teile der Grafik maskieren oder für die explizite Bearbeitung auswählen. Sicher ist Gimp kein 100%iger Ersatz für PhotoShop, aber wer nur gelegentlich ein Programm zur Grafikbearbeitung benöotigt, muss sich nicht unbedingt teure Software zulegen.

Desktop Publishing: Scribus

Wer drucktaugliche Produkte erzeugen will, wird irgendwann feststellen, dass Layoutprobleme nicht unbedingt mit Textverarbeitungsprogramme gelöst werden können. Bekannte DTP-Programme wie Indesign, Pagemaker oder QuarkXpress kosten teilweise sehr viel Geld. Hier heißt die kostenlose Alternative: Scribus

Hersteller: Scribus Development

System: Windows, Mac OS X, Linux, Unix, OS/2

Scribus lässt sich in seiner Bedienung schnell erlernen, da es rahmenorientiert arbeitet. Per Masterseite lassen sicih die stets wiederkehrenden Layout-Elemente festlegen, in die dann Texte oder Bilder eingepasste werden. So lassen sich schnell auch umfangreichere Projekt layouten

Scribus ünterstützt das Farbmanagement (LittleCMS), kennt die Farbseparation bei CMYK und erzeugt drucktaugliche PDF/X-3 Dateien. Für den Import von PostScript-Dateien sowie für die Druckvorschau wird das AddOn GhostScript benötigt.

PDF-Erzeugung: PDFCreator

Um sich PDF-Dateien anzuschauen, benötigt man ein entsprechendes Programm. Da von Adobe der Acrobat Reader kostenlos abgegeben wird, lohnt es sich nicht, hier nach einer Alternative zu suchen. Den PDFCreator kann man bei den bekannten Stellen (Chip; ComputerBild, Heise) kostenlos herunterladen.

Für die Erzeugung von PDF-Dateien jedoch müsste man eine Adobe Acrobat-Vollversion kaufen. Auch hier gibt es kostenlose Alternativen. Die bekannteste für Windows ist der PDFCreator. Er wird wie ein Druckertreiber installiert und steht somit bei allen Anwendungen zur Verfügung, die eine Druckoption besitzen. Das aktuelle Dokument wird dann nicht auf den angeschlossenen Drucker geschickt, sondern an den PDFCreator, der daraus eine PDF-Datei erzeugt. Außer PDFs im Format PDF/A und PDF/X (Versionen X-3 und X-4) kann der PDF-Creator auch diverse Grafikformate erzeugen (jpg, tiff, png, bmp).

Wer ein Apple- oder Linux-Betriebssystem hat, braucht den PDFCreator nicht, da hier entsprechende PDF-Generatoren Teil des Betriebssystems sind. Gleiches gilt für die Nutzer des Open-Office-Paketes – auch hier ist die Erzeugung von PDF-Dateien bereits eingebaut.

Wichtiger Hinweis

Manche Anbieter nutzen die Suche nach kostenloser Software aus. Sie verbinden den Download mit einem kostenpflichtigen Abo. Dieses verbirgt sich in den Geschäftsbedingungen, denen Nutzer bei einer Registrierung zustimmen müssen. Verbraucherschützer raten daher, sich vor einer Registrierung genauer über die Internetseite zu informieren.

Siegfried Dierker, Siegfried Dierker

Siegfried Dierker - Jahrgang 1958; gebürtiger Westfale, wohnhafter Niedersachse; nach Abitur und Bundeswehr Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann, ...

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